Bestattungsarten in Deutschland
Es gibt heute viele Wege, sich zu verabschieden – weit mehr, als die meisten denken. Manche sind seit Jahrhunderten vertraut, andere noch ganz neu. Wir begleiten Sie mit Herz bei allen gängigen und auch bei vielen besonderen Formen, an allen unseren Standorten: in Berlin, Bonn, Potsdam und Leipzig. Hier ein Überblick darüber, was die Bestattungsarten unterscheidet – und was sie für die, die trauern, bedeuten können. Wenn regional besondere Fristen und Regelungen zu beachten sind, erklären wir Ihnen das sehr gerne.
Was ist eine Feuerbestattung oder Urnenbestattung?
Die Grundlage der Feuerbestattung ist, dass der Körper des Verstorbenen in einem Krematorium eingeäschert wird. Die Einäscherung wird manchmal auch Kremierung oder Kremation genannt.
Die dabei entstehende Asche ist die Basis für viele weitere Formen: die Beisetzung in einer Urne auf dem Friedhof, in einem Ruheforst oder Friedwald, die Seebestattung oder die Beisetzung in einem Fluss oder in der Natur. Welche Urne dabei zum Menschen passt, ist eine eigene, oft sehr persönliche Frage – mehr dazu finden Sie bei Besondere Urnen.
Zwischen dem Versterben und der Beisetzung der Urne vergehen je nach Situation zwischen zwei und sechs Wochen, manchmal auch mehr. Den Rhythmus legen Sie selbst fest.
Für viele Menschen ist es wichtig, dem Moment beizuwohnen, wenn der Körper eingeäschert wird, um den Verstorbenen auch auf diesem allerletzten Weg zu begleiten.
Das Besondere daran: Gerade für jüngere Kinder ist die Feuerbestattung erklärungsbedürftig, denn der Schritt vom Menschen zur Urne ist ein großer. Wie man das gut angeht, besprechen wir gerne gemeinsam.
Was ist eine Erdbestattung?
Auf einem Friedhof bekommt der Verstorbene ein Grab – meistens für eine Ruhezeit von 20 bis 30 Jahren. Der Mensch wird dabei in einem Sarg begraben. Gerade in der christlichen, jüdischen und auch muslimischen Tradition ist die Erdbestattung die verbreitetste Form. Insgesamt entscheiden sich heute zwar die meisten Menschen für eine Feuerbestattung – interessanterweise wählen aber wieder mehr Menschen bewusst die Erdbestattung.
Erdgräber geben viel Raum für die Gestaltung. Häufig können auf einem Erdgrab neben dem Sarg auch noch im Nachhinein Urnen mit beigesetzt werden.
Die Beisetzung des Sarges geschieht meistens zeitnaher als bei einer Urnenbeisetzung. Einige Bundesländer haben hier relativ kurze Fristen. Wie sich das für Ihre Situation passend gestalten lässt, erläutern wir Ihnen gerne.
Das Besondere daran: Es ist für viele Trauernde etwas anderes, einen Körper im Sarg ins Grab zu legen, als eine kleine Urne. Einige Friedhöfe räumen auch die Chance mit ein, dass man selbst den Sarg tragen kann, sofern man es möchte – wie er bei uns aussehen kann, sehen Sie unter Unser Sarg.
Was ist eine Seebestattung?
Die Asche des Verstorbenen wird in einer wasserlöslichen Urne ins Meer oder in einen See versenkt – an Orten, die oft von großer Schönheit sind. Es gibt einen genauen Punkt, wo es geschieht, aber keinen Grabstein, keinen Ort zum Zurückgehen. Häufig machen wir das in der Ost- und Nordsee, aber auch auf vielen anderen Meeren und Gewässern ist eine Seebestattung möglich.
Das Besondere daran: Das Wasser als Rückkehr. Manche Menschen haben ihr Leben am Meer verbracht, oder das Meer bedeutet ihnen Freiheit. Seebestattung ist für die, denen ein fester Grabplatz zu eng wäre – die sich lieber vorstellen, dass dieser Mensch überall und nirgendwo ist, Teil des Ganzen. Aber der fehlende genaue Ort ist etwas, das man in der Familie und auch im Kreise der Trauernden miteinander besprechen muss. Viele Freundeskreise und Familien schaffen sich deshalb abseits des Wassers noch einen Ort der Erinnerung.
Gerade bei der Seebestattung kann es durch Jahreszeiten und Wetter zu einer längeren Wartezeit zwischen Tod und Beisetzung kommen.
Viele Familien verbinden eine Seebestattung mit einer separaten Abschiedsfeier, zu der alle Gäste kommen dürfen – während die Beisetzung der Urne auf dem Wasser dann im allerkleinsten Kreis stattfindet.
Was ist eine Baumbestattung oder Waldbestattung?
Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt – entweder in einem Friedwald oder in anderen Bestattungswäldern. Der Baum wird zur Gedächtnisstätte, sein Wachstum ist das Weiterleben.
Das Besondere daran: Der Weg zurück in die Natur. Die Wälder werden möglichst natürlich belassen – ohne großen Stein, ohne die Möglichkeit, von außen etwas zu gestalten. Für viele liegt genau darin der Trost: kein Pflegen, kein Gestalten-Müssen, sondern die Vorstellung, Teil eines lebendigen Waldes zu werden, der ganz ohne ihr Zutun weiterwächst.
Was ist eine Reerdigung?
In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, den Körper in einem speziellen Prozess in etwa 30 Tagen zu Erde umzuwandeln – nicht verbrannt, sondern durch Feuchtigkeit und Mikroorganismen aufgelöst. Das Ergebnis ist fruchtbare Erde, etwa 200 bis 300 Liter, die dann auf einem Friedhof in einem Erdgrab beigesetzt wird.
Das Besondere daran: Echte Rückkehr zur Natur, ohne Feuer. Der Körper wird nicht zerstört, sondern verwandelt – in etwas Neues.
Der Wunsch vieler Menschen geht in eine Richtung: möglichst natürlich beigesetzt zu werden. Wenn das bei Ihnen vor Ort noch nicht möglich ist, erklären wir Ihnen gerne, wie Sie sich in Ihrer Region so natürlich wie möglich beisetzen lassen können. Sprechen Sie dazu bitte unbedingt mit uns – viele Bundesländer haben das eigene Ausbringen der Erde noch nicht zugelassen, so sehr wir das bedauern.
Gibt es auch freie oder alternative Abschiedsformen?
Nicht immer muss es eine dieser klassischen Formen sein. Manche Menschen wünschen sich etwas ganz anderes.
Wir begleiten auch die Formen, die nicht im Lehrbuch stehen – sprechen Sie uns einfach an.
Wie trifft man die richtige Wahl?
Keine dieser Formen ist besser oder würdevoller als die andere. Es geht darum, welche zu dem Menschen passt, von dem man sich verabschiedet – und zu denen, die trauern. Manche Familien wissen sofort, welche Form richtig ist. Andere brauchen ein Gespräch. Beides ist gut. Gern finden wir es gemeinsam mit Ihnen heraus, persönlich oder bei einem unserer Vorsorgeabende.
Häufige Fragen
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In Deutschland gilt der sogenannte Friedhofszwang: Der Körper und auch die Asche müssen grundsätzlich auf einem Friedhof oder an einem dafür zugelassenen Ort beigesetzt werden – etwa in einem Bestattungswald oder auf See. Die Asche mit nach Hause zu nehmen, ist meist nicht erlaubt; einige Bundesländer und Nachbarländer handhaben das inzwischen offener. Was in Ihrem Fall möglich ist, klären wir gemeinsam.
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Inzwischen entscheiden sich die meisten Menschen in Deutschland für eine Feuerbestattung. Die Erdbestattung bleibt vor allem in religiösen Traditionen verbreitet – und wird in letzter Zeit wieder etwas häufiger gewählt.
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Das hängt von der Form ab. Eine Sargbeisetzung im Erdgrab geschieht meist recht zeitnah, bei einer Urnenbeisetzung vergehen oft zwei bis sechs Wochen, manchmal mehr. Bei einer Seebestattung kann es durch Wetter und Jahreszeit auch länger dauern. Den Rhythmus bestimmen so weit wie möglich Sie.
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Ja. Bei vielen Formen können Sie selbst Hand anlegen – die Urne oder den Sarg gestalten, selbst sprechen, den Sarg mittragen. So viel oder so wenig, wie sich für Sie richtig anfühlt.
Gerade wenn noch Fragen offen sind, freuen wir uns immer über einen Besuch bei uns in den Läden.